Die Krypta der heiligen Margarete

02.11.888

Nach einer zweitägigen Reise kommen wir wieder in Kreuzingen an. Wir suchen immernoch die die Krypta der heiligen Margarete von Kreuzingen. Wir beschlißen zunächst zu Marraschs Haus zu gehen, dieser hatte damals eine umfangreiche Bibliothek und vielleicht können wir dort nach der Reise etwas rasten. Die uns bekannte Haushaltshilfe Margret öffnet uns die Tür und erkennt uns auch wieder. Sie erzählt uns von den schrecklichen Fumorverwandlungen und dass auch in diesem Haus einige Bedienstete getötet worden waren. Sie bittet uns herein und bietet uns auch an im Haus zu rasten. Wir fragen sie außerdem nach der Krypta der heiligen Margarete und wir haben Glück. Margret erinnert sich, dass die Krypta in der nördlichen Weite am Silbersee liegt. Sie bietet uns Tee und Bier für Arombolosch an. Klick-4 ist natürlich an dererlei Fleischsack Aktivitäten nicht interessiert und geht ins Studierzimmer und sucht nach dem Jahr 444 und Margarete. Er findet dazu, dass die Heilige Margarete einen sogenannten Herold der Leere verfolgt, der in vielen Dörfer die Bewohner verwirrt und geistig umnächtigt zurückgelassen hat. Die Geschichten ähneln einem Heldenepos und kommt uns allen etwas seltsam vor, als Klick-4 uns davon berichtet.

Es gab einen letzten Kampf am Silbersee, wo es der heiligen Margarete, durch die Hilfe der heiligen Astrid und dem einen Gott, gelang den Schatten zu besiegen. Nach diesem Kampf wurde sie aber leblos am Silbersee gefunden, weshalb dort ihre Krypta errichtet wurde. In allen Büchern und allen Geschichten und auch im Dom zu Kreuzingen gibt es immer wieder den gleichen Text zur Geschichte der heiligen Margarete:

1 Und es geschah in den Tagen großer Finsternis, dass ein Schatten aus den Nebeln trat. Die Menschen nannten ihn den Herold der Leere, einen Boten des Nichts, der aus Räumen kam, die kein Sterblicher je betreten sollte.

2 Er war entsandt von jenen namenlosen Mächten, die zwischen Welt und Unwelt lauern und deren Gier nach Leben die Schöpfung selbst bedrohte. Sie wollten den Schleier zerreißen, auf dass der Verschlinger der Welten seinen Hunger stille.

3 Und als die Schatten über die Nördliche Weite fielen, sandte die Matriarchin aus der Heiligen Stadt eine Dienerin des EINEN GOTTES — eine junge Frau reinen Herzens, standhaft im Glauben, deren Name war Margarete von Kreutzingen.

4 Sie reiste über Länder und Meere: von Hexton zu den Eisenfelsen, von den Trollhöhen bis zu den Häfen von Porta. Überall hörte sie dieselben Klagen: von Alpträumen, die ganze Dörfer heimsuchten, von Menschen, die schlaflos vor Furcht wurden, von Kindern, die im Traum schrien und sagten: „Er kommt.“

5 Denn der Herold flüsterte in die Träume der Sterblichen, und wer lange in seinen Schatten blickte, verfiel dem Wahnsinn. Mancherorts brachte man ihm Opfer dar, damit er die Nacht verschonte.

6 Als Margarete dies sah, bebte ihr Herz, doch nicht aus Furcht — sondern aus tiefer Trauer über das Leid ihres Volkes.

7 In einer Nacht ohne Sterne — so finster, dass selbst die Feuer erloschen — erschien ihr eine Frau im Lichtschein einer einzigen Kerze: Astrid, die Märtyrerin, die einst ihr Leben gab, um die Gläubigen zu schützen.

8 Und Astrid sprach zu ihr: „Fürchte dich nicht, Margarete. Der Schatten ist groß, doch größer ist das Licht, das du trägst.“

9 Und Friede erfüllte Margaretes Herz. Die Albträume wichen, und ihr Blick ward klar.

10 Sie folgte dem Schatten des Herolds, wohin er auch zog. Keine Felsen, keine Sümpfe, kein Verrat konnte sie aufhalten. Denn überall, wo sie ging, empfingen sie die Menschen mit Hoffnung.

11 Schließlich führte ihr Weg in das Grautal von Ederin, einem Ort, an dem die Luft still steht

und Himmel und Unterwelt sich zu berühren scheinen.

12 Dort, so heißt es, rührte der Herold an den Fundamenten der Welt, als wolle er den Pfeiler herausreißen, auf denen das Leben ruht.

13 Er verlangte nach einem Opfer aus Fleisch und Seele, damit der Verschlinger treten könne.

14 Doch als der Herold Margarete erblickte, sah er in ihr das Licht des EINEN GOTTES und wurde vor Wut erschüttert.

15 Da verdunkelte sich der Himmel, als der HEROLD DER LEERE im Zorn die Welt erschüttern ließ. Sein Schatten breitete sich über das Land wie ein zweites Firmament.

16 Doch Margarete stand unbewegt. Sie hob das Zeichen des EINEN empor und sprach: „Kein Dunkel ist so tief, dass das Licht nicht seinen Weg fände.“

17 Und wo sie stand, da flammte ein Leuchten auf, heller als Feuer, doch ohne Hitze. Es war das Licht des Glaubens, das kein Schatten verschlingen konnte.

18 Der Herold wich zurück vor ihrer Reinheit. Seine Gestalt verzerrte sich, als könne er die Welt nicht länger ertragen, die sie mit ihrem Opfer bewahrte.

19 Mit einem Ruf, der nicht in den Ohren, sondern in den Herzen der Menschen erklang, wurde er aus dieser Welt gedrängt — nicht besiegt, doch gebannt in ein Dunkel, das kein Sterblicher ergründen kann.

20 Und als Stille folgte, fand man Margarete erschöpft am Ufer des Sees. Ihr Körper war gebrochen, doch ihr Gesicht trug den Frieden dessen, der Dunkelheit mit Licht begegnet ist.“

Wir machen uns also auf den Weg zur Krypta am Silbersee. Vor Ort treffen wir auf einige Pilger und fragen sie etwas nach der Geschichte von Margarete aus, es kommen aber keine neuen Informationen heraus. Wir begeben uns in Innere der Krypta, im Keller stehen wir in einem großen Raum mit einem Sarkophag. Wir erkennen keine Magie oder Fallen. Lyara bemerkt einen kleinen Schalter in dem Ouroboruszeichen, bestehend aus einer Schlange. Natürlich drückt sie sofort drauf und zum Glück hört man nur ein leises Klicken und nichts weiter passiert. Sie bemerkt, dass sie nun die Schlange verschieben kann und es kommt ein kleines Fach mit einem Goldring in dem ein Stück aufgerolltes Pergament steckt. Auf dem Goldring ist ein Emblem einer achtzackigen Sonne mit einer Art Frauengesicht. Lyara identifiziert das Symbol umgehend als Symbol der Sommerkönigin. Der Ring ist nicht magisch und so untersuchen wir das Schriftstück etwas genauer. Es ist ein sehr altes Pergament und schon ziemlich brüchig, trotzdem erkennt man einige Wortfetzen: „Kreis aus bleichen Hüten, dort wo die Birke schweigt… niederlegen… schlafen, nicht wachen… Hüter sieht, prüft… nur wer loslässt darf gehen…“

Mehr ist nicht lesbar. Lyara setzt den Goldring auf und steckt das Pergament ein. Nachdem wir uns versichern das keine Pilger mehr im Raum sind, sichern wir die Tür und öffnen mit geeinten Kräften den Sarkophag. Im Inneren wartet ein zerfallenes Skelett mit einem goldenen Armreif verziert mit einem rohen, ungeschliffenen Edelstein der das Licht der Fackeln in besonderer Weise bricht und wiedergibt. Er erinnert mich an den Ring den wir bei Alaras Riss gefunden haben. Kyra nimmt den Ring besonders vorsichtig vom Arm des Skeletts ohne dieses zu beschädigen, als sie kurz den Edelstein berührt hat sie eine Vision von Margarete, wie sie mit einem hellen, personenförmigen Nebel, aus dem goldene Strahlen kommen, spricht. Der helle Nebel sagt: „Du träumst in unsere Richtung, etwas sucht dich!“.

Wir schließen das Fach und den Sarkophag wieder und gehen zurück zu Marraschs Haus und suchen eine Landkarte. Arombolosch will aus den Wortfetzen aus dem goldenen Ring der Sommerkönigin den Ort Grautal bzw den Ederin Wald, dort ist es immer windstill, erkannt haben.

Wir rasten in Marraschs Haus, natürlich nachdem Margret wieder ordentlich Bier serviert hat.

03.11.888

Nach dem Erwachen machen wir uns auf dem Weg in die Stadt um unsere Vorräte aufzufüllen und machen uns dann auf den viertägigen Weg zum Grautal.

07.11.888

Wir kommen durch den alten Wald an den schwarzen Hügeln an. Hier irgendwo muss der Ederin Wald liegen, wie uns Arombolosch versichert hat. Auf dem Weg hierhin hat Lyara Kräuter für drei Phasing Tränke gesammelt, durch etwas Ungeschicktheit gelingen ihr leider nur zwei.

Da es schon dämmert als wir ankommen, beschließen wir zu rasten um am nächsten Tag den Ederin Wald zu suchen. Klick-4 und ich halten natürlich wachen, so etwas unwichtiges wie Schlaf benötigen wir nicht. Tatsächlich erspäht Klick-4 mitten in der Nacht eine Kreatur im Gebüsch, erst fühlte es sich an als ob es nur die Geräusche der Bäume waren, aber dann konnte er die roten Augen eines Basilisken ausmachen. Sofort ist die Gruppe alarmiert und nach ein paar fast Missgeschicken im Kampf können wir den Basilisken zu Fall bringen. Lyara sichert sich etwas Basiliskengift und einige intakte Schuppen. Hoffentlich lauern in diesem Wald nicht noch gefährlichere Gegner. Den Rest der Nacht schläft die Gruppe und erwacht am 08.11.888.

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